BIM-Modell eines Schwallwasserbehälters

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BIM: Tipps aus der Praxis

Seit etwa drei Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema BIM (Building Information Modelling) und sind davon überzeugt, dass BIM uns dabei hilft unsere Planungsprozesse zu vereinfachen, die Kommunikation mit den Planungspartnern verbessern und Fehler minimieren wird. Wir haben unsere Planung vollständig auf bauteilbasierte 3D-Planung umgestellt.

Neben umfangreichen Schulungen, z. B. durch Allplan, buildingSMART und CADsys, wurden verschiedene Softwareprodukte zur Auswertung (alltool) und Prüfung von IFC-Modellen (Solibri) sowie zur Kollaboration (bimplus) angeschafft. Zudem sind wir seit 2020 aktives Mitglied bei buildingSMART. Zunächst haben wir unsere internen Prozesse an die neue Arbeitsmethode angepasst. Um unnötige Arbeitsschritte zu vermeiden, wurden verschiedene interne Anwendungsfälle erarbeitet, in denen geregelt wird, welche Detaillierung und welcher Informationsgehalt zum jeweiligen Projektzeitpunkt notwendig ist. Darüber hinaus wurden eigene Assistenten und Bibliotheken erarbeitet. Diese Bauteile enthalten die für uns wichtigen Attribute mit bereits voreingegebenen plausiblen Werten. So sind wir in der Lage bereits mit einfachen Modellen schon erste aussagekräftige Auswertungen für die Bauherren durchzuführen. Diese lassen sich dann schnell an die fortschreitende Projektplanung anpassen und jederzeit erneut auswerten.
Zurzeit arbeiten wir an hausinternen Prüfregeln zur automatisierten regelbasierten Prüfung unserer IFC-Modelle sowie zur Kollisionsprüfung mit Solibri. Die Prüfergebnisse werden dann als BCF über bimplus an Allplan weitergegeben und dort entsprechend eingearbeitet. Um die Software entsprechend einsetzen und das Gelernte anwenden zu können, benötigt man jedoch auch die entsprechenden Projekte, bei denen sich sowohl der Bauherr als auch alle Fachplaner auf die einzelnen BIM-Prozesse einlassen. Unsere Erfahrung als Tragwerksplaner zeigt, dass derzeit viele Projekte eher eine erweiterte 3D-Planung darstellen. Es gibt keine formulierten BIM-Ziele, keine AIA’s, keinen abgestimmten BAP. Das Thema Kollaboration und Kommunikation beschränkt sich oft auf den Austausch von IFC-Dateien. Diese sind dann weder abgestimmt noch auf Inhalt und Richtigkeit geprüft. Ohne diese Vorüberlegungen gehen sämtliche Vorteile von BIM, wie z. B. Planungssicherheit, Transparenz und verbesserte Zusammenarbeit verloren. Wir sind jedoch guter Dinge, dass in Zukunft die Zahl der BIM-Projekte sowie der BIM-interessierten Bauherren und Planungspartner stetig steigen wird und freuen uns auf die kommenden Aufgaben.

Autor: Erik Stemplewitz / Leiter Konstruktionsabteilung & BIM-Koordinator

Dieser Beitrag wurde bei CADsys veröffentlicht: https://blog.cadsys.de/bim-tipps-aus-der-praxis/