Bibliotheksneubau Hochschule für Musik – HFM Detmold

Herstellungskosten: ca. 5,7 Mio. €
Projektzeitraum: 2012 – 2014
Leistungen: HOAI § 49, LPH 1-4
Architekt: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
August-Bebel-Straße 91
33602 Bielefeld
Auftraggeber: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
August-Bebel-Straße 91
33602 Bielefeld
Ansprechpartner: Herr Nabrotzki
0521-52049268

Kurzbeschreibung der Referenz:

Bei dem Neubau der Hochschule für Musik in Detmold handelt es sich um einen Ersatzneubau an gleicher Stelle. Der Neubau besteht aus einem rechteckigen Grundriss mit den Abmessungen l x b = 45,00 m x 21,25 m. Der Neubau ist zur Erschließung über den Bestand durch einen Verbindungsgang mit dem an der Ostseite befindlichen Bestand verbunden.

Das dreigeschossige Bauwerk ist in Massivbauweise geplant und soll mit schlaff bewehrten Stahlbetonkonstruktionen unter Einsatz von Ortbeton und teilvorgefertigten Betonkonstruktionen ausgeführt werden.

Die Stahlbetondecken werden im Wesentlichen als punkt- und liniengelagerte Flachdecken in Ortbetonbauweise hergestellt. Die Stützweiten der 30cm dicken Flachdecken betragen maximal lw= 7,25m in beide Richtungen.

Auf Grund sehr unterschiedlicher Stützweiten im Bibliotheksbereich von 7,50m zu 2,50m werden dort die Decken als Hohlkörperdecken, System „Cobiax“, geplant. Dieses Deckensystem zeichnet sich bei der gewählten Deckendicke und den geplanten Cobiax Elementen durch eine Gewichtsersparnis von ca.26% aus. Gleichzeitig erfährt die Decke eine Abminderung der rechnerischen Steifigkeit von 6%. Durch die Gewichtsersparnis werden die Langzeitverformungen unter Berücksichtigung von Kriechen und Schwinden sowie der Rissbildung im Beton vermindert. Die geringeren Deckenlasten kommen zusätzlich dem Durchstanzverhalten der Decke und der konsolähnlichen Anbindung der Decke im Fassadenbereich an die äußerst schlank dimensionierten Fassadenstützen entgegen. Da die Decken bereichsweise nur an die Fassadenstützen „angehängt“ werden, können diese Deckenränder lediglich drillweich behandelt werden. Da diese Weichheit der Platte erhöhte Verformungen zur Folge hat, kommt auch diesem Umstand die Gewichtseinsparung durch die Cobiax Decke zu Gute.

Das Tragverhalten der Decken wurde schon in der Vorplanungsphase unter Berücksichtigung geometrischer und physikalischer Nichtlinearitäten bestimmt. So erfolgte schon in der Vorplanung eine Optimierung hinsichtlich der Gebrauchstauglichkeit in Bezug auf höchstflexibler Gebäudenutzung und unkomplizierter Ausbaumöglichkeiten.

Der Problematik des Durchstanzens der Stahlbetonstützen durch die Decke wird mit der Anordnung von Dübelleisten und Erhöhung der schlaffen Biegebewehrung innerhalb der Decke begegnet. Um die volle Schubtragfähigkeit der Stahlbetondecke zur nutzen, werden diese Deckenbereiche ohne Cobiax Elemente ausgeführt. Zur Aussteifung der Deckenränder werden die Stahlbetonbrüstungen biegesteif an die Decken angeschlossen werden.

Die Gebäudeaussteifung erfolgt durch das Zusammenspiel der zahlreichen in Gebäudelängs- und Querrichtung angeordneten Stahlbetonwandscheiben und der Stahlbetondecken und wurde schon im Rahmen der Entwurfsplanung am räumlichen Gesamtsystem betrachtet. Dabei konnten Wind- und Aussteifungslasten gezielt einzelnen Wänden zugeordnet und diese in ihrer Dimension und Position optimiert werden. Als Ergebnis wurde im Sinne größtmöglicher Gebäudeflexibilität ein technisch und wirtschaftlich sinnvolles System festgelegt.

Die Gründung des Massivbauteils erfolgt mittels einer Flachgründung. Hierfür wird eine Sohlplatte mit einer Dicke von h=30cm auf einem lastverteilenden und den Baugrund homogenisierenden Schotterpolster mit einer durch den Bodengutachter anzugebenden Dicke geplant. Zur Sicherstellung der Frostsicherheit wird eine Frostschürze an den nach außen grenzenden Bodenplattenrändern angeordnet. Unter den Stützen werden fundamentartige Bodenplattenverdickungen geplant.

Der Verbindungsgang wird als Stahlrahmenkonstruktion mit massiver Dachdecke geplant. Genaue Angaben zur Konstruktion können derzeit noch nicht gemacht werden da die endgültige Abstimmung mit der Architektur hierzu noch aussteht.

 

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